Tourplan: Neuer Zwischenstand …

Neuer Zwischenstand: 2.616 km

Etappen:

1. 298 km, Tourstart

2. 591 km, bis Fähre Genua

3. 237 km, Hotel inkl. Extraschleife

4. 403 km, inkl. Reifenpanne

5. 427 km, Rundfahrt in den Süden

6. 340 km, große Runde / 200 km, kleine Runde

7. 320 km, Calvi bis Lago Maggiore

08.06.2015 – (3. Teil) Crewsplit – Transporter Crew vs. Rider Crew

Mit einer Stunde Verspätung kommen wir in Genua an, warum? Weiß keiner. Die Moby-Kollegen haben anscheinend keine Eile, da die Anzahl der Fahrgäste sehr gering ist. Daher gilt das Scharping-Prinzip: „Laaaangsaaam“, dann ist die Arbeitszeit bei gleicher Zeit und weniger Arbeit auch vorbei.

Nach dem Abladen trennen sich vorübergehend die Wege. Die Transporter Crew muss zunächst den Campingplatz anfahren um die Bikes in den VW Crafter zu verladen, während wir uns durch den dichten Genua-Verkehr direkt in Richtung Lago Maggiore aufmachen.

Allerdings wirkt alles etwas hektisch. So fahren die Transporter in die Eine, wir in die Andere und Werner, nachdem er bereits verwirrt an der Rückwand vom Mautautomaten vergeblich versucht hat ein Ticket zu ziehen, in seine eigene Richtung.

Zum Glück können wir ihn von dem nächsten Rasthof per Handy erreichen. Werner besitzt nämlich in seinem fahrbaren 3-Zimmer-Küche-Bad-Ambiente als einziger von uns eine eingebaute Bluetooth-Freisprech-Einrichtung im Helm und ist somit in der Lage auch während der Fahrt zu telefonieren.

So finden sich die Wege nach kurzer Zeit wieder und während wir warten bahnt sich ein Gewitter an. Der Tourguide ist guter Dinge und wir verzichten nach einigem hin und her doch gänzlich auf den Regenkombi, was wir kurz darauf kurzfristig bereuen sollten. Nur das Gepäck ist wasserdicht verstaut.

Der Regen kämpft sich durch den Lederkombi und die wasserdichten Stiefel bringen rein gar nichts, solange das Leder im Schuh steckt und das Wasser an den Waden sich den Weg in die Schuhe  sucht … so isses halt mit der Physik: Wasser läuft immer nach unten, dort ist nun mal der Innenstiefel.

Nach dem Gewitter haben wir freie Fahrt. 130 km/h bei 28 Grad Außentemperatur wirken wie ein Fön. Somit ist das Leder nach kurzer Zeit wieder trocken.

Unterwegs wird es noch einmal spannend, ob es nach zwei geschlossenen Tankstellen meine Triumph ein weiteres Mal schafft über die 200 km Reichweiten-Marke zu kommen.

CW-Wert optimiert, auf dem Tank liegend komme ich mit einem Liter Restmenge (15km) an der Tanke an, während ICE Schneider nicht mal annähernd die Zapfsäule auch nur ansieht mit seiner BMW.

Das Ziel ist die Unterkunft „Albergo Bel Soggiorno“ in Oggebbio, wie auch im letzten Jahr, bevor es zurück über die Alpen in die Heimat geht.

08.06.2015 – (2. Teil) Die Überfahrt nach Genua

Die Fähre legt pünktlich um 11:00 Uhr ab. Geplant sind 6 Std. Überfahrt.
Das Mittelmeer ist sehr ruhig, die Fähre noch weniger ausgelastet als bei der Hinreise. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum wir bei der Ankunft noch einige Zeit warten mussten.

Der uns bekannte „latest checkin“ Termin (09:30 Uhr) wurde gänzlich ignoriert, dafür war bei den wenigen Fahrzeugen auch alles in zehn Minuten komplett verladen.

Jetzt ist Ruhezeit angesagt, nach dem frühen Start in den Tag (Aufstehen kurz vor 06:00 Uhr, im Urlaub wohl gemerkt) kehrt doch etwas Müdigkeit von den vergangenen Tagen ein.

Die einzelnen km-Strecken pro Tag die wir gefahren sind bleiben zwar überschaubar, jedenfalls für die sonstigen ICE Planstrecken, dennoch waren sie sehr intensiv und teilweise anstrengend. Da man in vielen Streckenabschnitten aus engen Kurven heraus im permanenten Wechsel von links auf rechts teilweise in Schräglage rausbeschleunigt und ebenso abbremsen kann, muss, sollte – macht das zwar riesigen Spaß, ist auf Dauer aber auch sehr anstrengend. Immerhin haben wir so die Gesamt km auf bisher ca. 2.400 hochgeschraubt, was ich bei der Anzahl der gefahrenen Kurven wie mindestens doppelt so viel anfühlt.
Wenn Zeit zum Durchatmen ist, merkt man erst die zusätzliche Belastung bei den warmen Temperaturen.

Während die Einen sich etwas Ruhe in der Sonne, an Deck oder innerhalb der Fähre suchen, strapazieren die Anderen ihre Navis, um herauszubekommen wie hoch wir über dem Meeresspiegel sitzen, wie weit wir theoretisch mit dem Bike noch fahren müssten, wann wir bei diesem Tempo inkl. der Anschluss Etappe am Lago Maggiore ankommen und vor allem … ob es das Navi überhaupt kann, da wir uns ja aktuell auf einer „Seestraße“ befinden.