Mit einer Stunde Verspätung kommen wir in Genua an, warum? Weiß keiner. Die Moby-Kollegen haben anscheinend keine Eile, da die Anzahl der Fahrgäste sehr gering ist. Daher gilt das Scharping-Prinzip: „Laaaangsaaam“, dann ist die Arbeitszeit bei gleicher Zeit und weniger Arbeit auch vorbei.
Nach dem Abladen trennen sich vorübergehend die Wege. Die Transporter Crew muss zunächst den Campingplatz anfahren um die Bikes in den VW Crafter zu verladen, während wir uns durch den dichten Genua-Verkehr direkt in Richtung Lago Maggiore aufmachen.
Allerdings wirkt alles etwas hektisch. So fahren die Transporter in die Eine, wir in die Andere und Werner, nachdem er bereits verwirrt an der Rückwand vom Mautautomaten vergeblich versucht hat ein Ticket zu ziehen, in seine eigene Richtung.
Zum Glück können wir ihn von dem nächsten Rasthof per Handy erreichen. Werner besitzt nämlich in seinem fahrbaren 3-Zimmer-Küche-Bad-Ambiente als einziger von uns eine eingebaute Bluetooth-Freisprech-Einrichtung im Helm und ist somit in der Lage auch während der Fahrt zu telefonieren.
So finden sich die Wege nach kurzer Zeit wieder und während wir warten bahnt sich ein Gewitter an. Der Tourguide ist guter Dinge und wir verzichten nach einigem hin und her doch gänzlich auf den Regenkombi, was wir kurz darauf kurzfristig bereuen sollten. Nur das Gepäck ist wasserdicht verstaut.
Der Regen kämpft sich durch den Lederkombi und die wasserdichten Stiefel bringen rein gar nichts, solange das Leder im Schuh steckt und das Wasser an den Waden sich den Weg in die Schuhe sucht … so isses halt mit der Physik: Wasser läuft immer nach unten, dort ist nun mal der Innenstiefel.
Nach dem Gewitter haben wir freie Fahrt. 130 km/h bei 28 Grad Außentemperatur wirken wie ein Fön. Somit ist das Leder nach kurzer Zeit wieder trocken.
Unterwegs wird es noch einmal spannend, ob es nach zwei geschlossenen Tankstellen meine Triumph ein weiteres Mal schafft über die 200 km Reichweiten-Marke zu kommen.
CW-Wert optimiert, auf dem Tank liegend komme ich mit einem Liter Restmenge (15km) an der Tanke an, während ICE Schneider nicht mal annähernd die Zapfsäule auch nur ansieht mit seiner BMW.
Das Ziel ist die Unterkunft „Albergo Bel Soggiorno“ in Oggebbio, wie auch im letzten Jahr, bevor es zurück über die Alpen in die Heimat geht.