Wie wir es pflichtbewusst als Wehrpflichtige bei der Bundeswehr gelernt haben … technischer Dienst nach der Benutzung … Für Mensch und Maschine
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Dem Tourenplan auf der Spur…
Nichts geht ohne gute Planung im Vorfeld. Allerdings sollte er, wie in unserem Falle, flexibel anpassbar sein, wenn was dazwischen kommt … Reifenpannen oder so was in der Art …
Zwischenstand zur Halbzeit: 1.529 km
Etappen:
1. 298 km, Tourstart
2. 591 km, bis Fähre Genua
3. 237 km, Hotel inkl. Extraschleife
4. 403 km, inkl. Reifenpanne
„Ä Häschder in Korsiga“
Nach der Holpereinlage und dem Plattfuß nähern wir uns dem Mittagstisch in „Corte“.
Rückblick: Vor 14 Tagen bei unserem sonntäglichen Ausritt zum „Kaffee unn Ärbeer-Bärmsche“ treffen wir in unserem Stamm-Cafe in Wissenbourg einen Kollegen, der zur gleichen Zeit nach Korsika fährt wie wir, wie man während einem netten Plausch feststellt.
Kaum das heiß ersehnte Essen bestellt, hört der Kenner ein italienisches Rasseln, was definitiv zu einem offenen Kuppplungsdeckel einer Ducati gehört.
Was soll ich sagen, der Kollege aus „Häschde“ kommt vorbei. (sitzt amTichende)
Coole Nummer, cooles Bike und nach ein paar Zigaretten, Tipps und einem freundlichen Austausch geht’s für den Kollegen auch schon wieder weiter und … nach einer Woche Aufenthalt für ihn auch morgen schon wieder nach Hause.
05.06.2015 – Navi Bikermode „kurvenreichste Strecke“
Es herrscht phänomenales Wetter in Korsika.
Wir starten unsere Tour pünklich um 09:00 Uhr. Wer hier mit Navi ausgestattet unterwegs ist, kann die Funktion „kurvenreichste Strecke“ bewusst ignorieren. Die vorgeschlagene Route ist für unsere Bikes fahrwerkseitig eher eine Herausforderung.
Nach dem Motto, wer Schlaglöcher findet, darf sie behalten, holpern wir die ersten Meter über die Piste.
Ein weiterer kleiner Rückschlag trübt zunächst zusätzlich die Stimmung. Wie auch im letzten Jahr haben wir wieder eine Reifenpanne zu verzeichnen.
Randnotiz: An dieser Stelle, Gruß an Uwe M. den Ersten und Einzigen, den ich erlebt habe, der mit einem eigentlich platten Vorderreifen unter vollem Körpereinsatz in Summe mehr als 100km bis zum Händler gefahren ist. RESPEKT…
Heute, als schleichender Plattfuß getarnt, entpuppt sich der Übeltäter als Nagel, der uns einen Strich durch die Rechnung macht.
Nach mehreren erfolglosen Versuchen bei unterschiedlichen Händlern entlang der Strecke einen passenden Reifen zu finden, hilft uns zumindest ein Händler weiter. Er hat zwar keinen passenden Pneu zur Hand, kann uns allerdings eine Adresse vermitteln. Frei nach dem saarländischen Motto: „… musch nur jemand kenne, der enner kennt …“
Jetzt trennt sich die Gruppe. Der „Plattfuß“ fährt nach Calvi zurück, für den Rest geht der ICE weiter.
PS: An alle Blümchenpflücker und Landschaftsgenießer, ihr könnt die Funktion gerne nutzen, denn landschaftlich ist die Tour ein echter Hingucker.
Nightlife in Calvi
After Work Beer – Kleines Biker ABC
Das kleine ABC der Biker… Ankommen, Beer, Check-In
Sehr schönes Hotel „Hostellerie De L’Abbaye“ mitten in der Stadt inkl. Tiefgarage, was bei dem Fuhrpark durchaus von Vorteil ist.
Nach der Arbeit kommt das Vergnügen. Nur der Tourguide behält standesgemäß einen klaren Kopf. Der Rest konzentriert sich ab sofort auf Investitionen in hochprozentige Kaltschalen aus biologischem Anbau.
Nach dem Duschen geht’s in die City zur Nahrungsaufnahme.
2. Teil: Vorstellung der Bikes – The Transporter Crew
Der Schneider ICE zieht los
Sehr zügig geht es von der Fähre, kaum zwei Reihen sind gefüllt, die Bikes an der Wand semiprofessionell mit einem Strick fixiert. Was in Deutschland jeden Sicherheitsverantwortlichen die Nackenhaare zu Berge stehen lassen würde, scheint hier bei Moby-Personal allerdings als Ladunsgssicherung vollkommen auszureichen … hm, wie war das mit der Costa Concordia!? …
Nach kurzem Einrollen durch Bastia startet der ICE Schneider pünktlich entlang der Küstenstraße N80 nach Norden. Wie an der Perlenkette gezogen wird die kurvenreiche Küstenstraße zum Schräglagentest ausgenutzt, immer in Richtung Norden dem Frühstück entgegen. Nach einer halben Stunde Kurvenschlacht kommt der erste Zwischenstopp mit dem Ziel „Petit Dejeuner“.
Erster Eindruck von Korsika: … Ich sags mit den Worten von Deichkind … Leider geil
Der ICE Schneider nimmt wieder Fahrt auf. Die Tour geht durch eine traumhafte Landschaft zwischen Olivenhainen eingebettet wie sie abwechslungsreicher nicht sein kann.
Nächstes Ziel: kurzes Zwischenstopp, um den Energiehaushalt wieder herzustellen.
Der Stopp wird um die Mittagspause ausgedehnt mit einem kurzen Wechsel der Location. In diesem Falle zu Fuß, die Bikes bleiben vorerst verschont.
Die Akkus wieder voll aufgeladen geht es weiter in Richtung Calvi, unserer Unterkunft für die nächsten vier Tage.
Die Strecke schmiegt sich geradezu in die Landschaft und ist ein wahres Eldorado für Kurven-Junkies. … Ha, haste gedacht … Eines können meine Kollegen und ich bestätigen. Korsika zeigt sich als extrem abwechslungsreich. Während man gerade noch auf Flüsterasphalt, glatt wie ein Kinderpopo, das Profil bis auf die Kanten ausreizt, jedenfalls ein Teil von uns, findet man sich kurz darauf zwischen Schlaglöchern, kraterähnlichen Fahrbahnversätzen, fahrwerksfressendem Asphalt und Schotterpisten wieder. Hier erreicht der Begriff „Fahrbahnverschmutzung“ eine neue Dimension.
PS: An alle Blümchenpflücker, Landschaftsgenießer und Teilzeit-Biker: Wenn ihr aus diesem Grund in Korsika seid, nimmt bitte als Sozius auf dem Bike platz. Hier gilt ganz klar: „höchste Konzentration“ – bevor ihr in den kommenden Kurve den Kühen, Ziegen und Pferden näher kommt als euch lieb ist. Kühe auf und neben der Straße sind hier absolut keine Seltenheit. Daher gilt: Augen auf beim Biken!
Randnotiz: hab zwischenzeitlich notgedrungen mal den Enduro-Modus bei der Speedy ausprobiert: Shit happens, but it works, yehhaa …
Fußnote für Insider Kollegen „Jax TEller“: „… Ich SACHS mal so, ich will ja nicht nich ÖHLINS Feuer gießen, aber iss dat’n Auslaufmodell? …“
04.06.2015 – Das Leben erwacht auf der Fähre
Das permanente monotone Wummern des Schiffsdiesels lässt die Nacht sehr kurz ausfallen. Allerdings bin ich froh eine Außenkabine mit Dusche und Bett zu haben anstatt an Deck oder im Gang nächtigen zu müssen, wie es für einige Reisende, Personal inbegriffen geduldet wird und anscheinend auch sehr normal wirkt.
Der Sonnenaufgang auf Deck wirkt sehr ruhig und endspannend, sodass der ein oder andere Thai-Chi Jünger seine Kata zum Besten gibt.
Es gibt definitiv schlimmere Orte seinen Tag zu beginnen…
03.06.2015 – Genua … wir kommen
Nach kurzer Nacht und leckerem Früstück im Hotel starten wir unsere zweite Etappe in Richtung Genua. Die Route führt uns zunächst ein paar Meter über die Autobahn, bevor wir diese wieder in Richtung Grimselpass verlassen.
Der Grimselpass ist noch sehr verschneit. Wir fahren teilweise an meterhohen Schneewänden links und rechts der Passstraße entlang, bevor wir den Gipfel in 2200 Meter Höhe erreichen.
Nach einem Tankstopp geht es über die Furkastraße in Richtung Simplonpass. Dieser gestaltet sich bei der Abfahrt als sehr zäh. Allerdings entdecken wir dabei im vorbeifahren sogar Touristinnen, die es wagen, sich in dieser Höhe von 2000 Meter im Bikini zu sonnen. Eine willkommene Abwechslung für unsere, durch den Fahrtwind, gestressten Augen.
Dann erreichen wir nach einer schier endlos langen engen Kurvenschlacht auf einem kraterähnlichen Straßenbelag den Lago Maggiore, wo wir uns nach getaner „Arbeit“ erstmal um 14:30 Uhr ein Mittagessen gönnen. Typisch italienisch, Insalada Mista, Pizza, Wasser und Espresso, was sonst …


Kurz noch bei den Italienischen und englichen Zicken die unnötigen Teile an der Abgasanlage entfernt und schon geht es soundtechnisch optimiert weiter in Richtung Genova. Was folgt ist eine gefühlte Endlosetappe von 230 km Autostrada … Zumindest für die Kollegen unter uns, die weder Windschutz noch Tempomat ihr Eigen nennen können, dafür der sonore Sound der offenen Endtöpfe im Ohr.

Kurzer Boxenstopp inkl. Auftanken für Mensch und Maschine, geht es auf die letzten Kilometer. In Genova fast angekommen, reihen wir uns zunächst, wie wir Deutschen es gewohnt sind, schön in der sehr zäh fließenden Verkehr ein. Die Italienischen Bikerkollegen und Rollerfahrer halten uns für verrückt und wir merken schnell, dass wir ihnen nur im Weg stehen. Daher entschließen wir uns kurzfristig den italienischen Geflogenheiten anzupassen und zwischen dem Verkehr unseren eigenen Weg zu finden. So wird der Standstreifen schnell zu unserem besten Freund, gefolgt von der eigentlich nicht existente Rettungsgasse… Damit schaffen wir quasi die Punktlandung zum Bording, 10min. vor Start sn der Moby Fähre.

Die Kollegen der Transporterfraktion sind bereits seit einer Stunde vor Ort und haben uns sozusagen die Verlade-Poleposition gesichert. Nach kurzen Austausch geht’s direkt an Bord.

Die Einweiser sind sehr lautstark zu Gange und verzurren „gefühlt“ gekonnt die Bikes an der Seitenwand der Fähre. Hier sollte man auf die Kompetenz und langjährige Erfahrung des Verladepersonals vertrauen und nicht zu genau hinschauen …
Kurzer Checkin dank Poleposition und schon gehts ab in die Zweier-Außenkabine mit Dusche. Herrlich so eine Dusche nach langer Fahrt von 591km bei gefühlten 30 Grad Außentemperatur und über 100 Grad zwischen den Beinen, wohlgemerkt, zwischen den Beinen, nicht im Schritt…
Jetzt erstmal an die Bar und die Hitze durch ein paar Kaltgetränke aus Hopfen auf ein erträgliches Niveau regulieren… Hier kommt uns die jahrelange praktische Erfahrung zu gute … es wirkt.
Aufgrund der frühen Boarding Prozedur bleibt uns ein wenig Zeit die Kaltschalen, während ein paar konstruktiven Spritgesprächen, etwas genauer unter die Lupe zu nehmen bevor sich ein Teil der Gruppe entscheidet, doch etwas festere Nahrung zu sich zu nehmen. Der Rest schaut sich während dessen das Ablegen der Fähre an und genießt die milde Simmernacht, einen Tag nach Vollmond, in Genua auf dem Außendeck.
Während wir an dem bereits halb demontierten Wrack der Costa Concordia in Richtung Bastia vorbeischippern, nähert sich der zweite Tag des Abenteuers Korsika dem Ende.




































